Standortplan

# 055 Cornelia Martin Garcia

-

Bildhauerei

Wernerstr. 30
0152-25814302

Schon seit einigen Jahren beschäftigt mich das Thema: Verdichtung oder Come a little closer. Es geht um das Zwischenmenschliche, die Feinheiten in den Beziehungen zueinander und was uns bewegt.

In meinen Skulpturen suche ich in „Momentaufnahmen“ danach. Das heißt ich plane nicht, ich arbeite ohne Skizze oder Modell aus dem Bauch heraus an Stein. So erhalte ich Wachheit und Spannung in jedem Moment der Suche im Stein. Geplantes oder Design erscheint mir wie eine Kopie, die bereits perfektioniert wurde und die ich nur noch zu reproduzieren brauche. Nein, ich suche das Abenteuer im Moment der Aktion.


Kunstgalerie, Basel
Rezension des Voting-Siegerbildes November 2015
„Tanzende Buddhas“ von Cornelia Martin Garcia

Als „geheimnisvoll“ könnte man die Gruppe der von der Künstlerin gestalteten tanzenden Buddhas bezeichnen. Sie strömen eine Faszination aus, Ruhe, Frieden und auch eine meditative Glückseligkeit. Obgleich die figurative Darstellung der Künstlerin nicht der überlieferten Form der „historischen Buddhas“ entspricht, so greift sie die sogenannten mythischen Buddhas auf und gibt ihnen die Form und Figur buddhistischer Mönche. Und warum sollen Buddhas nicht tanzen? Wir hören diese innere Musik der „tanzenden Buddhas“ zwar nicht, sie bewegen sich aber durch ihre für uns wahrnehmbaren, unterschiedlichen Haltungen in unserer Imagination. Diese visuelle Körpersprache der Figuretten ist frappierend: Individuell, ausdrucksstark, harmonisch! Man kann sich diesem Faszinosum nicht entziehen.

„In einer Gruppe von Menschen entwickelt sich schnell eine Eigendynamik. Hier bei den Buddhas ist es genauso: Es entsteht der Eindruck einer tiefen Stille. Jede Figur bewegt sich unabhängig von den anderen Figuren und doch bewegen sich alle gemeinsam, wie in einer stillen Übereinkunft“, so beschreibt Cornelia Martin Garcia (Dipl. Designerin, Master of Arts, Bildhauerei) ihre Arbeit selbst. Und wir stimmen ihr zu!

Die Oberflächen der Figuretten sind aufgrund unterschiedlicher Materialien different gearbeitet. Wir sehen matte, glänzende und oxidierte Flächen. Die Körperhaltungen der Tänzer scheinen – je nach Blickwinkel – zueinander geneigt zu sein oder von sich weg strebend. Bewegung suggerierend! Die Künstlerin unterstreicht die individuelle Verschiedenheit der Figuren noch durch die Verwendung unterschiedlicher Sockelplatten, den Plinthen.

Ihr gelingt hier, rein technisch gesehen, eine figurativ-abstrakte Reduktion gegenständlicher Körperformen und beeindruckt mit einer ungemein gut getroffenen Schlichtheit. „Handwerklich“ gesehen arbeitet sie grundsätzlich direkt am Material, sie benötigt keine Vorzeichnung(en). Ihre kreativen Ideen entstehen oft auch im eigentlichen Arbeitsprozess.

Die Figuretten passen in ihrer schlichten Modernität und ihrer darstellenden, meditativen Konstellation auch unbedingt in die heutige Zeit der Unruhe und der Ängste, haben also einen sehr aktuellen Bezug. So wie der Buddhismus uns auch eindeutig die Abkehr vom Radikalismus hin zum „mittleren Weg“ vermitteln will, hin zu einem Zustand der vollkommenen Ruhe, der Askese und der Ausgeglichenheit – aber auch der Liebe zu den Menschen.

Letztlich schafft es die Künstlerin, uns mit ihrer Gruppe „Tanzende Buddhas“ in eine überaus sinngebende und kontemplative Situation zu versetzen. Sie nimmt uns Betrachter mittels ihres bildhauerischen Vokabulars gefangen und überlässt es der genießerischen Phantasie jedes Einzelnen, von dem Sichtbaren zu profitieren. Wir sind beeindruckt!

Günter Weiler
© Galeria 14 GdbR

corneliamartingarcia@gmail.com

www.corneliamartingarcia.de

Zurück


 

 

WOGA auf Facebook / Diskussion / Feed / Impressum