Standortplan
# 069 Georg Janthur
29. & 30. Oktober 2011 - Platz der Republik
Kieler Str. 29 a
0175-8185375
In der Ausstellung „Milwaukee und andere Dinge“, zeige ich Bilder von Reisen. Diese Reisen sind Expeditionen in das ‚Neue-im-Altbekannten’. Durch das Fortbewegen aus dem eigenen Heimatnest wird der Blick geschärft, Licht und Gerüche, Geschichte und Spuren drücken sich ein. Ein Glas Marmelade im ‚Café Kompott’in Odessa leuchtet intensiver als sonstwo. Rauschende finnische Wälder sind Musik in den Ohren. Das Verschmelzen von Nah und Fern, von trivialer Gebrauchswelt und unendlicher Einöde sind der Kern meiner Arbeit hier.
Die Milwaukee-Reise ist aber eine imaginäre Reise. Auf dem Sofa liegend, den Kopf im Nacken, tauchen diese Bilder aus der Sicht eines Hochhaus-bewohners aus dem Nebel der Vorstellungssümpfe auf.Bei dieser Art ‚Overlook-Bilder’ beinhaltet die ‚Übersicht’ auch gleichzeitig das ‚Übersehen’. Also das nachlässige Sehen in der vollständigen Sicht. Jedoch Kraft meiner eigenen Vorstellung, ist es mir möglich ein ‚Ding’ dieser Gebrauchswelt aus der fernen Landschaft in den Vordergrund zu zoomen. Es ist ein Kraftakt zu sehen, dass die Welt existiert, im Konkreten wie Imaginären gleichermassen. So ist es ein Stumpf im Sumpf, wenn in der ferne Rauch aufsteigt bevor er sich an eine Whiskyflsche klammert.
Das Ergebnis einer konkreten Reise nach Odessa manifestiert sich in einer Serie von: ‚Dingen, mit denen Geschichten beginnen’. Das tägliche Frühstück im selben Café war der Ausgangspunkt für den Zyklus „Komplott im Café Kompott“. So war das Frühstück am Sonntag den 5.10.2008 auch nicht anders als am Tag zuvor: Toast und Marmelade und das Warten auf ein Spiegelei mit Gurke. In der Zwischenzeit der Gang zur Toilette. Ich war der erste an diesem Morgen, denn der ‚Halter’ für Gebrauchtpapier war noch leer. Das werde ich beim Trinkgeld brücksichtigen denke ich noch, als mir die Rolle dünnes, graues Klopapier unter der Tür nach draussen rollt…….
Bei den: ‚Dingen, mit denen Geschichten beginnen’ aus New York, war die wärmende Januarsonne auf eine Schaufensterauslage eines Haushalts-warenladens in der Bowery-street der entscheidende Auslöser dieser Serie. Das scheinbar unwichtige Ding bekam von der Sonne einen eigenen Schatten verliehen, wodurch es nun eine Wichtigkeit zugesprochen bekommt, um als Solitär auf einem Regalbrett präsentiert zu werden.
georg[ät]georg-janthur.de



